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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


24.05.2008 
Lat 48° 35,976' N      Lon 004° 33,637' W
Durch den Chenal du Four nach L Aberwrac h
Der Kellner machte gestern abend in Camaret sur Mer noch das Crewbild. Heute frühstücken wir noch gemeinsam, dann muss Fabienne zu ihren Eltern in der Normandie... Schade!

Die Wetterdienste versprechen im wesentlichen NE 4-6 - für unseren Törn heißt das, ab nach dem Queren des Chenal du Four genau gegenan... schauen wir mal... Schlimmer ist, dass es heftig regnen soll.

Vor dem Auslaufen über den Hafenmeister sicherheitshalber abklären lassen, dass unser nächster Zielhafen nicht von den französischen Fischern gesperrt ist - alles frei. Na gut, dann noch schnell mal das Notankermanöver erklärt und gezeigt.

Um 1300 laufen wir aus - so dass wir genau 1430 mit Beginn des nordost setzenden Stroms am Südende des Chenal du Four sind. Die Sicht ist anbetracht des heftigen Regens zwar nicht berauschend aber sie reicht aus, um uns sicher zwischen den Untiefen durch zu navigieren.

Ein Sonnenverdeck, auch Bimini genannt, hilft auch bei Regen... so lassen wir es aufgespannt. Auf der Strecke von Camaret sur Mer zum Südeingang des Chenal du Four haben wir per Funk Kontakt mit MRCC Cross Corcen und St. Mathieu. Trotz Starkwind- Sturmwarnung sollen wir keine großartigen Probleme auf usnerem Törn zu erwarten haben...

Die See wird im Chenal du Four imemr rauher und ab LT Le Four ist es eine sehr unangenehme Kreuzsee - wir müssen das Tempo reduzieren, damit die Yacht nicht stampft. Eine estische, scheinbar neue, 40 Fuß Yacht stört dies nicht und überholt uns mühsam - wird sie doch durch das Stampfen immer wieder deutlich abgebremst.

Der Wind ist die ganze Zeit nicht berauschend, doch als wir die Flußmündung nach L Aberwrac h hochlaufen, frischt es deutlich auf 4-5 Beaufort auf. Strom und Winddruck erzeugen eine Abdrift von über 20 Grad, so dass wir entsprechend vorhalten und annähernd quer zum Fahrwasser laufen um uns im selbigen zu halten...spannend. Um 1900 machen wir am Besuchersteg längsseits fest.


23.05.2008 
Lat 48° 16,778' N      Lon 004° 35,318' W
Ankunft in Camaret sur Mer
Neben den schwachen Winden ist das Hauptthema der Nacht die Frage, ob wir durch die Raz du Sein laufen oder nicht. Raz du Sein ist eine Enge zwischen einigen vorgelagerten Inseln nebst Untiefen und der Landzunge SW-lich von Brest. Dort entwickeln sich durch die Gezeiten besonders schnelle Ströme und unter Umstände gefährliche Kreuzseen.

Immer wieder spielt der Skipper das Scenario gedanklich durch. Letztendlich entscheiden wir uns für den Umweg - das Durchlaufen der Raz du Sein bei Dunkelheit ist nicht sicher genug. Mit einem schönen Sonnenaufgang werden wir entschädigt. Um 1020 machen wir in Camaret sur Mer fest... Ausruhen, Bestände checken, nachbunkern...Essen gehen.


22.05.2008 
Lat 47° 41,841' N      Lon 004° 21,126' W
Mitsegeln an der französischen Atlantiküste nach Camaret sur Mer bei Brest
Meteo France verspricht uns südliche Winde 2-4,. teilweise 5. Ähnlich meint es Windfinder - allerdings verschweigt er uns die 5 Bft.

Wir laufen früh morgens aus, um den Ebbstrom mit bis zu 0,8 Knoten für uns zu nutzen. Kurz nach dem Auslaufen haben wir tatsächlich Schauerböen bis zu 5 und laufen mti Vollzeug deutlich über 8 Knoten über Grund - zunächst nach Westen, um in freies Wasser zu gelangen.

Die Schauerböen lassen schnell nach und wir segeln sogar in der Sonne - bei Winden von 2-4 aus SW-S. Mittags eine Starkwindwarnung von Meteo France - während wir uns Belle Ile annähern und von Steuerbord 2 französische Marineschiffe aufkommen. Südlich von Belle Ile ist ein Schießgebiet eingezeichnet. Wir funken sicherheitshalber die Marine an - doch sie antwortet nicht. Dafür aber das MRCC Cross Etel. Nach anfänglicher Verwirrung bei Cross Etel immerhin die Angaben, dass unser Weg südlich von Belle Ile frei bleiben wird und woanders geschossen wird.

Spät am Abend reicht der Wind nicht mehr fürs Segeln nach Nordwest, so dass wir unter Motor in die Nacht gehen - mit der bisherigen Wacheinteilung.


21.05.2008 
Lat 47° 01,553' N      Lon 002° 17,910' W
Segeltag in der östlichen Biskaya mit zweimal Hafen einlaufen
Der Skipper hatte die Mitsegler in die Kojen geschickt, damit sie sich ausruhen. Doch ab 0100 ist für alle Ausschau halten Pflicht - die Ansteuerung Ile D Yeux beginnt... und das bei Niedrigwasser und vielen Untiefen. Genaues Aussteuern der Tonnen muss jetzt sein. Sehr eng ist die Hafeneinfahrt selbst - direkt an den Molenköpfen sind Untiefen und in der sehr kabbeligen Welle liegt die Yacht nicht ruhig. Doch alles geht gut und um 0230 sind wir fest. Einen kurzen Anleger und dann ab in die Kojen - ausschlafen!

Die Wetterdienste meinen SE 2-3 auf Süd und dann auf W drehend... Schauen wir mal... Der heutige Segeltag ist aufgrund des verlängerten gestrigen Segeltages nun kürzer ud wir laufen erst um 1500 aus. Tatsächlich haben wir schwache raume Winde und spielen mit Schmetterlingstellung, Bullenstander und ausgebaumter Genua. Segelnderweise erreichen wir L Herbaudiereauf dem Festland und können es nicht fassen: diesmal verspeert ein Bagger die Hafeneinfahrt. Heute nicht wir nicht so perplex und halten dies auch fotografisch fest. Doch der Bagger macht binnen 20 min den Weg ins Hafenbecken frei. Die Hafenanlagen sind nicht so großzügig wie auf Ile D Yeux und es riecht ein bißchen nach Abwasser und ... Na, es kann auch an der Baggertätigkeit liegen.

Ansonsten war es wieder ein schöner sonniger und warmer Segeltag, wenn auch mit schwachen Winden.


20.05.2008 
Lat 46° 39,120' N      Lon 002° 07,418' W
Fischer blockieren den Hafen in Saint D Oleron
Jeweils zu zweit sind wir in der Nacht Wache gegangen und hatten keine beasonderen Vorkommnisse. Lediglich 2 Stunden mussten wir din den frühen Nachtstunden motoren und konnten uns gut vom französischen Schießgebiet frei halten - bis auf 3 Stunden, während derer wir ca. 1 sm tief von der westlichen Seite aus drin waren... aber nachts üben die Franzosen das Schießen nicht und zum Morgengrauen waren wir schon wieder draußen.

Für unsere Seegebiete versprechen uns die Wetterdienste E 2-4 und später variabel. Leider trifft dies zu und wir haben am späten Vormittag lange Zeit NNE 1-2 und nutzen den Achterspi. Nachtmittags können wir bei Sonne und NW bei 2-3 wieder nach Norden segeln und steuern Saint D Oleron an - La Rochelle wäre zu weit östlich und letztendlich ein großer Umweg. Kurz vor der Hafeneinfahrt die Segel bergen und hinein geht es... allerdings nicht weit. Mitten in der Zufahrt haben französische Fischer mit ihren Booten jede Weiterfahrt verhindert. Wir müssen wieder raus... draußen ankern ohne ausgewiesenes Ankergebiet - keine schöne Alternative. Funkkontakt mit Bourgenay (Hafen ca. 6 sm SE-lich) ergibt, dass dieser AHfen mittlerweile überfüllt ist. Bleibt nur Ile D Yeux mit einer Nachtansteuerung und einer sehr engen Hafeneinfahrt... Mit traurigen Gesichtern machen wir uns auf den Weg.


19.05.2008 
Lat 44° 40,925' N      Lon 002° 12,257' W
Wird es ein Kreuztörn an die französische Küste
Heute haben wir einen längeren Schlag ... nur die Wetterdienste kommen unseren Wünschen nach geeigneten Winden für unseren längeren Törn nach Norden leider nicht nach - vielmehr heißt es überwiegend Nordwinde von 2-4.

Nach Frühstück mit Bordmitteln (z.B. Aufbackbrötchen) laufen wir um 0905 aus und gleich nach dem Aufklaren können wir bei Westwind um 4 Bft. bestens nach Norden segeln - ein paar Schauerböen der Stärke 5 beschleunigen uns auf bis zu 9,3 Knoten über Grund. Anschließend Sonne... so segeln wir bis zur Bohrplattform, die nördlich von Bermeo liegt... wir müssen eine Stunde motoren und werden mit einer Gruppe sehr großer Delphine entschädigt - sie springen neben der Yacht bis zu 1,5 m hoch.

Die weiteren Winde sind bzgl. der Stärke sehr variabel und kommen von NNW bis WNW... wir kreuzen uns segelnderweise nach Norden... so weit es geht das weiträumige Schießgebiet der Franzosen meiden - auch Frachter haben keine weiteren Informationen über Schießtätgikeiten. Zum Abendbrot nochmals Delphine und auch in der Nacht können wir sie gut im Mondlicht und im Schimemr der Positionslampen beobachten.


18.05.2008 
Lat 43° 25,096' N      Lon 002° 43,006' W
Erster Schlag für die neue Crew von Bilbao nach Bermeo
Die Versprechungen der Wetterdienste reichen von W2-3 auf NE 0-2 drehend bis zu NW 2 auf N 2 drehend. Alles nicht ssehr vielversprechend für einen Schlag nach Norden - La Rochelle oder etwas angenehmes in der Nähe... Dazu das sehr große Schießgebiet der Franzosen, das bis zu 45 sm offshore reicht und sich rund 100 sm nach Norden erstreckt.

Wir frühstücken erst mmal gemütlich, der Skipper freut sich über die von Dirk mitgebrachte Ritter Sport Nugat in 10 facher Ausfertigung und dann kommt wie üblich die ausführliche Sicherheitseinweisung. Gegen 1230 dann ablegen um gleich wieder an der Bunkerstation festzumachen - den Dieseltank bis oben füllen.

Gegen 1300 dann auslaufen - wir hatten uns auf einen kleinen Auftakttörn nach Osten geeinigt. Noch im Hafenbecken das Groß setzen - bei Nord 2-3, dann die Genua und los geht der Segelspaß: zuerst Stefan und Fabienne und später auch Dirk können am Ruder ein Gefühl für die Yacht entwickeln.

Die verschiedenen Törnführer empfahlen quasi Bermeo für einen kurzen Schlag - der Yachthafen sei zwar erst im Bau aber an der Nordmole könne man gut liegen... Na - wir segeln bis 1-2 sm vor die Hafeneinfahrt, bereiten die Yacht in aller Ruhe vor und laufen in den Hafen ein... sondieren alle Liegemöglichkeiten in Bermeo und sind enttäuscht: weder Yachthafen in Bau noch Liegemöglichkeiten an der Nordmole noch sonstige vernünftige Liegeplätze. Einzig ein panamesischer Zweimaster an der Südmole verspricht eine CHance und tatsächlich wir dürfen im Päckchen bei hm fest machen.

Fabiennen und Stefan kochen lecker und wir gehen noch in den Ort zum Verdauungsspaziergang... Morgen wollen wir früh ablegen und nach Norden segeln...



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